Praktikum im Seniorenheim Adewacht
03. August 2010 0 Kommentare"Bürokratie bremst Pflege aus“
Praktikum Landtagsabgeordnete Rakow einen Tag im Seniorenheim Adewacht

Sie habe vielfältige Einblicke in die Arbeit eines Senioren- und Pflegeheims erhalten, so die Abgeordnete. Mit großem Engagement seien Altenpfleger im Einsatz.
VON DORIS GROVE-MITTWEDE
EDEWECHT - „Das hätte ich wirklich in diesem Ausmaß nicht für möglich gehalten. Die Alten- und Krankenpfleger, die Seniorinnen und Senioren betreuen, sind nach jedem Arbeitsschritt damit beschäftigt, das, was sie gerade getan haben, aufzulisten und in entsprechende Formulare und Nachweise einzutragen“, sagt SPD-Landtagsabgeordnete Sigrid Rakow. „Verwaltungsarbeiten sind sicherlich wichtig. Aber hier bremst Bürokratie ja Pflege regelrecht aus. Man muss von politischer Seite dringend darüber nachdenken, ob ein solch’ hoher bürokratischer Aufwand betrieben werden muss und wie man ihn zugunsten der eigentlichen Pflege alter Menschen verringern kann.“
Die Edewechter Politikerin war jetzt im Seniorenwohn- und Pflegeheim Adewacht zu Gast, um sich bei einem „eintägigen Praktikum“ über den Alltag in der Altenpflege und dabei insbesondere über die Arbeitsbedingungen und die Ausbildung der Fachkräfte zu informieren. „Auch in der SPD-Landtagsfraktion beschäftigen wir uns sehr stark mit diesem Thema“, erläutert die Abgeordnete, die bei ihrem Besuch vor allem dem Pflegepersonal bei seiner tagtäglichen Arbeit über die Schulter sah und gezielt das Gespräch mit den Mitarbeitern suchte. „Was mir auffiel, war die große Freude, mit dem viele Alten- und Krankerpfleger ihren Berufen nachgehen. Man könne so vieles aus der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren ziehen, wurde mir immer wieder gesagt. Gerade für junge Menschen, die im sozialen Bereich tätig werden wollen, ist Altenpflege ein Beruf mit Zukunft.“
Dieser Ansicht ist auch Thorsten Meilahn, Geschäftsführer und Heimleiter des Seniorenwohn- und Pflegeheims Adewacht, der von einem eklatanten Fachkräftemangel in der Pflege berichtet. Dabei gäbe es viele und gute Aufstiegschancen für Alten- und Krankenpfleger, die von der Wohnbereichsleitung über die Stationsleitung, die Pflegedienstleitung bis zur Heimleitung reichten. Tätigkeiten im Qualitätsmanagement oder sogar ein Aufbaustudium an Fachhochschulen seien ebenfalls möglich. Eine gute Möglichkeit in den Beruf hinein zu schnuppern, sei das Freiwillige Soziale Jahr.
„Ich habe vieles über Altenpflege gelernt und kann vieles mitnehmen“, stellte Sigrid Rakow abschließend fest.
Quelee: Nordwest-Zeitung, Ammerland
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